Die
Handschrift in der Berliner Staatsbibliothek beinhaltet einen Teil
eines der populärsten Bücher des Mittelalters. Das in königlichem
Auftrag entstandene Werk des Dichters Rudolf von Ems gilt als eines der
ersten Geschichtswerke in deutscher Sprache. Das Fragment gebliebene
Werk wird in der Handschrift ergänzt durch Strickers Epos „Karl der
Große“. In prächtigen Miniaturen wurden diese beiden hochrangigen Werke
der mittelalterlichen Literatur kunstvoll illustriert.
Die Weltchronik - Karl der Große
Die
Handschrift in der Berliner Staatsbibliothek beinhaltet einen Teil
eines der populärsten Bücher des Mittelalters. Das in königlichem
Auftrag entstandene Werk des Dichters Rudolf von Ems
gilt als eines der ersten Geschichtswerke in deutscher Sprache. Das
Fragment gebliebene Werk wird in der Handschrift ergänzt durch Strickers Epos „Karl der Große“. In prächtigen Miniaturen wurden diese beiden hochrangigen Werke der mittelalterlichen Literatur kunstvoll illustriert.
Zwei bedeutende literarische Werke des Mittelalters
Der aus Vorarlberg stammende Rudolf von Ems vollendete seine Weltchronik um 1255 im Auftrag König Konrads IV., Sohn des Stauferkönigs Friedrich II. Schon zu seinen Lebzeiten erfreute sich das literarische Werk, das sich auf verschiedene Quellen stützt und das biblische Geschehen bis hin zu zeitgenössischen Ereignissen behandelt,
großer Beliebtheit. In deutscher Sprache und gekonnten Versen werden
Erzählungen aus dem Alten Testament von der Schöpfung bis zu Salomo
ebenso als historische Ereignisse dargestellt und behandelt wie die Geschichte des Altertums
bis hin zum zeitgenössischen Geschehen. Das literarisch bedeutende Werk
ist bis heute in mehr als über 100 Handschriften und -Fragmenten
überliefert, was seine weite Verbreitung und große Beliebtheit nochmals
bekräftigt.
Den zweiten, beträchtlich kleineren Teil der Berliner Handschrift bildet ein Fragment aus dem Epos „Karl der Große“, das der weitgehend unerforschte Dichter mit dem Namen Stricker um 1220 verfasste. Der Sarazenenfeldzug
des Jahres 778 bildet dabei den Hintergrund, vor dem die Erzählung sich
abspielt. Stricker verfasste sein Epos zu Karl dem Großen in der
Tradition der Heldenepik des 12. Jahrhunderts, die sich auch der Figur Karls eingehend widmete.
Unterhaltsame Miniaturseiten in leuchtenden Farben
Die insgesamt 23 Blätter
der Berliner Handschrift versammeln hauptsächlich Illustrationen zu
beiden Texten, mit dem Text auf der jeweiligen Rückseite. Wohl aufgrund
ihrer hohen künstlerischen Qualität wurden die durchgehend ganzseitigen
Bildseiten aus den ursprünglichen Handschriften herausgelöst und
gesondert aufbewahrt. Stilistisch sind die Illustrationen in die ertse
Hälfte des 14. Jahrhunderts zu datieren. Die Miniaturen werden dem
Umkreis der Manessischen Liederhandschrift zugeordnet.
Die Identität der beteiligten Künstler ist bis heute ein Geheimnis. In
kräftig leuchtenden Farben sind die historischen und biblischen
Ereignisse, versetzt in die zeitgenössische höfische Lebenswelt des 13. Jahrhunderts
mit Rittern, gekrönten Häuptern und edlen Damen, dargestellt. Die
Szenen spielen sich ab vor einem großzügig gestalteten goldenen
Hintergrund, der die intensive Farbigkeit der Szenen und der sie
umgebenden Schmuckrahmen zusätzlich verstärkt.
Ein weiterer interessanter Aspekt, mit dem die Berliner Handschrift
verbunden ist, ist die Provenienz des Buches. 1826 erwarb der bekannte
deutsche Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
die beiden Handschriftenfragmente (wohl damals schon zusammengebunden).
Von seinem Besitz gingen sie 1850 durch Verkauf in den der Berliner Königlichen Bibliothek über.
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